Lifestreaming als Blog-Alternative

StreamingViele behaupten, dass Microblogging (vor allem Twitter) dem „richtigen“ Bloggen (sofern es das überhaupt gibt) den Rang abläuft. Davon kann man nun halten, was man möchte, es ist jedoch bereits jetzt zu beobachten, dass so genannte Lifestreaming-Dienste immer mehr Zulauf bekommen und immer mehr User auf diese Dienste anstatt auf Blogs setzen.

Lifestreaming, was ist das überhaupt?

Lifestreaming ist so neu, dass nicht einmal Wikipedia einen allgemein anerkannten Beitrag zu diesem Thema liefern kann.

Lifestreaming hat nichts mit Video-Streaming zu tun, Lifestreaming ist mehr eine Art der persönlichen Content-Aggregation, die erst durch RSS-Feeds möglich wurde. Der User kann die Feeds seiner Web 2.0-Dienste (Bookmarks, Blog-Feeds, Twitter-Stream, Last.fm-Songs, Youtube-Favoriten, Flickr-Fotos, etc.) an einer zentralen Stelle, also beim Lifestreaming-Service, angeben und daraufhin werden die gesamten Aktivitäten gesammelt und chronologisch aufgearbeitet.

So entsteht ein ausgewogener Datenstrom, der für jeden User einmalig ist. Besucher des Streams können des Weiteren einen Feed des Streams abonnieren.

Wege zum Lifestreaming

Wer selber lifestreamen möchte, was weniger aufwendig ist, als ein Blog zu pflegen, hat die Wahl zwischen selbstgehosteter Software und den verschiedenen neuen Web-Services, die erst kürzlich entstanden sind.

Ein Hosting-Provider ist sicherlich der einfachste Weg, zumal dadurch Kommentare und soziale Verknüpfungen der User untereinander möglich sind.

Die bekanntesten Vertreter:

  • FriendFeed
  • der deutsche FriendFeed-Abklatsch FreundeNews
  • Lifestream.fm von den Machern von Mister Wong
  • aber auch der aufstrebende und sympathische Tumblelog-Anbieter Soup.io aus Österreich bietet Lifestreaming-Features

Die Vorgehensweise der Einrichtung ist bei allen genannten Diensten äußerst einfach. Nach dem Registrieren kann man aus einer Liste mit Web-Services wählen und sie nach Eingabe des eigenen Benutzernamens zum Stream hinzufügen. Selbstverständlich lassen sich benutzerdefinierte Feeds hinzufügen, z.B. vom eigenen Blog. Ein Crawler besucht danach regelmäßig die betreffenden Feed-URLs und ordnet die Inhalte in die eigene Datenbank ein.

Die Auswahl eines der Dienste ist letztendlich Geschmackssache und jedem selbst überlassen. Man sollte in Ruhe alle durchtesten und zumindest die oben genannten Lösungen bieten die Möglichkeit, den eigenen Account wieder zu löschen (wenn auch oft gut versteckt).

Für alle die, die lieber eine personalisierte Lifestreaming-Lösung auf dem eigenen Webspace betreiben wollen gibt es Sweetcron. Sweetcron ist sozusagen das WordPress der Lifestreams (gibt es eigentlich noch weitere relevante Lifestream-Lösungen?).

Sweetcron ist eine kleine komfortable PHP-Lösung, die sich über Templates visuell anpassen lässt. Voraussetzung sind MySQL, Apache mit mod_rewrite und ein paar Megabyte Speicherplatz. Wenn man sich an die Installationsanleitung hält, ist man nach ein paar Minuten startklar. Im Admin-Backend kann man Sweetcron bis ins kleinste Detail konfigurieren und Feeds ergänzen. Ein gutes Beispiel zur Demonstration ist der Lifestream des Hauptentwicklers von Sweetcron YongFook.

Der Vorteil des ganzen ist zum einen die hohe Flexibilität, die Anpassbarkeit (unter der Haube arbeitet das PHP-MVC-Framework CodeIgniter) und die wachsende Community.

Fazit

Für welche Lösung man sich nun entscheidet bleibt jedem selbst überlassen. Ich habe beide Lifestreaming-Möglichkeiten getestet und tendiere zu den Hosting-Anbietern (im Zweifelsfall einfach das deutschsprachige Lifestream.fm benutzen oder die Soup.io-Lösung).

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  1. Von Lifestreaming als Blog-Alternative | PHP-Blog.com auf 19. Januar 2009 um 04:47

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